Prototypen

Hier möchte ich in Zukunft alle Prototypen oder Einzelgänger vorstellen. Einige Fahrzeuge sind ja auf den anderen Seiten schon vorgestellt gewesen. Hier sollen nun alle auf "einen Blick" erscheinen. Den Begriff "Prototyp" definiere ich dabei so, daß von dem Fahrzeug nicht mehr wie 10 Stk. gebaut wurden, und die Herstellung mit einer Erprobung im Zusammenhang lag. Diese Definition ist wichtig, um die Prototypen von der Kleinserie unterscheiden zu können. (z.B. ZT 300-GB

Traktoren

TT 220 Traktor (Prototyp)  
Zum TT 220 ist nur sehr schwer etwas in Erfahrung zu bringen. Hergestellt wurde der Traktor im Traktorenwerk Schönebeck. Mit diesem Tragtraktor sollte die Ablösung des RS 09/GT 124 erfolgen. Die Entwicklung geht bis ins Jahr 1964 zurück als man versuchen wollte die 0,9 Mp Zugkraftklasse mit einem 60 PS Traktor zu besetzten. Erste Funktionsmuster soll es bereits 1966 gegeben haben, aber wenn man bedenkt, daß der "ZT 300" selbst erst 1967 herauskam und dessen Funktionsmuster etwas anders aussieht, so ist das wohl etwas früh. Das Baujahr des rechts auf dem Bild zu sehende T220 wird mit 1968 angegeben, und von Markkleeberg wurden 12 Stk. als gebaut genannt, anderen Recherchen zufolge müssen es mind. 15 Exemplare gewesen sein. Der TT hatte einen Wassergekühlten 3 Zylinder- Dieselmotor vom Typ 12/11 (Hubraum 3420 cm³) der 60 PS leistete. Das Getriebe hatte 9 Vorwärts- und 6 Rückwärtsgänge. Heute existieren noch 2 Exemplare, einer davon wurde im Museum in Markkleeberg restauriert. Nicht geklärt ist bisher in wie weit der TT 220 mit dem ZT 301 in Verbindung steht, den auch der ZT 301 hat einen 3 Zylinder Motor.*
 

Ein erhalten gebliebener TT 220 im Museum Blankenhain

ZT 403 Radtraktor ("Serienfahrzeuge")  
Als "ZT 403" wurden die "Serienfahrzeuge" bezeichnet, die Ende der 70er Jahre aus ZT 303 umgebaut wurden. Das Projekt "ZT 307" wurde um 1980 wieder aufgegriffen, nachdem eine Anfrage vom VEG Zingst kam. Dort benötigte man leistungsfähigere Traktoren. Da aber Schönebeck dies nicht offiziell machen konnte, denn Schlepper über 100 PS waren der UdSSR vorbehalten, einigte man sich auf eine Kooperation. Das VEG Zingst lieferte dann 1980 3 ZT 303 nach Schönebeck, die dort im Musterbau zum ZT 403 umgebaut wurden. Die 3 ZT 403 liefen dann bis zur Auflösung des VEG Zingst im Jahre 1991. Einen weiteren ZT 403 gab es in der Nähe von Magdeburg in einer LPG, vermutlich wurde auch er im Musterbau in Schönebeck umgebaut. Zwei weitere ZT 403 wurden im Kfl Hildburghausen umgebaut, auch mit Hilfe von Schönebeck, diese wurden aber schon vor der Wende verschrottet. Es blieb dann wohl beim Bau dieser wenigen Fahrzeuge, denn es waren stets zwischenbetriebliche Projekte. Zu einer Großfertigung kam es nicht. Der ZT 403 bekam dann auch die gebremste Vorderachse mit Teilen vom W50, und die größeren Vorderradfelgen und Rädern, die später auch beim ZT 305-A zum Einsatz kamen. Die weitere Ausrüstung dürfte dann voll und ganz dem Modell ZT 303 entsprechen. Der rechts zu sehende ZT 403 hat die Wende überlebt und wurde mittlerweile restauriert. Die Bezeichnung "ZT 403" stand übrigens nachweislich auf einem der Typschilder der umgebauten Zingster ZT!! Mehr zu den ZT der Reihe 300 auch auf meiner Sonderseite hier!*

Dieser ZT 403 wurde 1980 im TWS Schönebeck im Musterbau umgebaut. Das Baujahr des "Spender" ZT 303 war 1977.
 

 

Lkw

 

 

Maschinen und Geräte

FSL 1500 Frontschaufellader (Prototyp)  
Auch in der DDR gab es Untersuchungen zum Einsatz von Frontschaufelladern. So wurde beim FZM in Meißen im Jahr 1982 1 ZT 303-D zum Frontschaufellader umgebaut, welcher für Betriebe mit einem Umschlagvolumen von mindestens 20.000 t/Jahr bestimmt waren. Der ZT bekam dazu am Rahmen einen weiteren Hilfsrahmen angebaut, der dann auch den Frontlader trägt. Um Platz für die Fahrerkabine zu schaffen, wurden DK-Tank und Hydraulikölbehälter links und rechts außen angebaut. Die Kabine vom Typ E 930 wurde vom E 301 übernommen und mit einem extra Sturzrahmen versehen. Das Getriebe wurde nicht verändert, die Gänge liegen also spiegelverkehrt zum ZT 303, womit der FSL vorwärts mit  9,59 km /h  (3 Gang/II Gruppe) langsamer fährt als rückwärts. Für einen Lader im "Hofbereich" sicher ein anzunehmender Kompromiss. Die mögliche Zuladung beträgt 1500 kg beim Einsatz der Schwergutschaufel. Um die Werkzeuge schnell wechseln zu können wurde eine Werkzeugschnellwechselvorrichtung  angebaut, mir der der Bediener vom Fahrersitz in nur 5 min das Werkzeug wechseln konnte. Weitere Arbeitswerkzeuge waren: Schaufel für Mineraldünger, Schaufel für Körner- und Hackfrüchte, Stalldunggabel, Silogabel und ein Ausleger für die Stroheinlagerung. Zur Serienfertigung kam es leider nicht, und was aus den Forschungsmustern wurde ist leider nicht bekannt. Zum Abschluß eine Tabelle zum Vergleich mit dem T 174-2. 
  T 174-2 FSL 1500 Steigerung
Düngerumschlag 110 t/h 127 t/h 15,5 %
Kartoffelumschlag aus Miete 86 t/h 121 t/h 40,7 %
Stalldungumschlag 80 t/h 133 t/h 66,2 %

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Der nach einem Brand wieder aufgebaute FSL 1500 mit
Schwergutschaufel
 

* Quellennachweis:
- Prospekte und Bedienungsanleitungen VEB Traktorenwerk Schönebeck
 

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